Dangast Journal VII

Saturn räumt auf. Ob man den Verstand verliert? Dass man aufgefordert wird, mal zu notieren, was man so getan hat. Bilder und so was. Und wem vorzeigen? Und wozu? Sucht man Berechtigungen? Und dann diese unglaubliche Aktion ein Stück des Grundstücks verkaufen zu wollen und man bräuchte da nur eine Vollmacht, wenn man den Notarbesuch nicht will. Ist es zu fassen? Nein. Das übersteigt alles, was je erlebt wurde. Dies und das. Hier und hier. Ja, das habe ich gemacht. Und dass es niemand weiß. Und wie sollten sie auch? Und wozu? Dass es nur darum geht sich einen Platz in der Welt zu sichern. Und zwar auf seine eigene Weise. Das wird heftig werden, wie bereits geahnt und wohl auch schon erwähnt. Wie viel Blödheit steckt in einer Person? Und kann man da was machen? Und wozu?
Sturm hier. Dauernd fahren Autos auf und ab. Direkt vorm Fenster. Fehlt noch dass Menschen anklopfen oder sogar hinein wollen. Ohne mich das alles. Ostwind. Und das Rad zu Hause gelassen. Besser war das. Jetzt hier mit kalten Füßen und zitternden Händen. Nicht vor Kälte, sondern vor Aufregung. Man geht also über Leichen? Aber ja. Und bloß keine Widerworte, sonst kommt es hart auf hart. Jedoch, was soll denn geschehen? Wenn man die Macht hat, dann passiert gar nichts. Außer, dass man komplett durchdreht und Beschuldigungen herausbrüllt. Wahrscheinlich auch handgreiflich wird. Zuzutrauen wäre es. Das Ausmaß dieser Aktionen nimmt Gestalt an und lässt einen beinahe fassungslos zurück. Nun gut, dann in den Kampf, den so viele schon gefochten haben. Dass man jetzt nicht mehr zurückweicht, sondern sich stellt. Wollen mal sehen, wer hier wen vorführt.
Anderntags. Kälter heute. Und so ein seltsames Völlegefühl, als wäre der Bauch mit Luft aufgeblasen. Aber auch das geht vorbei. Dass sie sich vorarbeiten. Die Erkenntnis auch, dass wirklich niemand weiß, was ich eigentlich mache. Sie gehen davon aus, ich sei ähnlich verfügbar wie sie auch. Auch dass nie nachgefragt wird. Zeichnen kann ich nicht. Mit so einer Aussage dann zurück gelassen und, nun aber, Funktionalität. Hobbykram und so. Was macht man denn mit sowas? Aufzeigen? Gestern mal durchgegangen den ganzen Wust an Aufträgen und Arbeiten, von Januar bis heute oder gestern. Und davon kann man leben? Aber ja. Postwachstumsökonomie. Freund Niko lässt grüßen. Jedoch, wenn es an ihr Butterbrot geht, will niemand teilen oder verzichten. Größe Sprünge kann man nicht machen. Schweigeseminar in Bayern zwischen den Bergen und Jodlern. Öfters wegfahren, hinaus aus dem Chaos. Nein, das nicht. Man ist schon gebunden, hier, im Paradies.
Aber: heute Ausflug; und dass es nicht mehr lange dauern kann. Alles hat ein Ende. Und dann herrscht mal ein paar Tage Ruhe und man schläft nach. Heute direkt vorm Fenster. Das Radio aufgebaut und den Mörtel angerührt. Man sieht es immer noch als Zeichen. Solche Dinge. Dass man ein unglaublich schlechtes Gewissen hat. Gedanken an den Vater. Der ist tot. Dass man da jetzt etwas übernommen hat? Kann sein. Eher fragwürdig. Man schaut zu. Ach, und sie mittendrin. Auspacken, aufräumen, kochen und daher reden.
Allein die Abende sind Genuss. Man ist für sich. Die wahnsinnige Masse Mensch hat aufgehört zu tönen. All ihre Erledigungen ruhen. Erst morgen wieder wühlen sie und schaffen und schaffen, um dann irgendwas zu leben.

Ruhe. So etwas wie Gelassenheit. Dass heute schon abgereist wird. Na, endlich! will man rufen. Ständiges Gelärme. Und dann die Neuigkeiten. Alles ganz nach unserer Fasson. Dass es kein Geld gibt. Hätte man sich ja denken können. Ohne jegliche Sicherheit. Dozententätigkeit? Alles sehr fraglich. So also dann doch die Lage entspannt und beruhigt. Trotzdem das mulmige Gefühl sich wieder in andere Gefilde hineinziehen zu lassen. Ohne großes Zutun verbal komplett überrannt und um keine Ausrede verlegen. Aber zwischendurch innegehalten und sich gesammelt. Sonst sähe es schlecht aus; wieder Argumente angebracht, die ins Fleisch stechen. Unglaublichkeiten, die einem den Atem rauben. Hauptsache in Sachen Rechthaberei den Fuß in der Tür haben. Glimpflich auf alle Fälle, die Situation.
Laues Wetter, passend zur Lage der Nation. Alles lau und jeder für sich. Keine Tiefe. Wo du bist, kann dir nichts passieren. Es passiert aber auch nichts. Alle Öffnungen verbarrikadiert. Herausschauen, wenn die Luft rein ist und man nicht Gefahr läuft verletzt zu werden. Verstanden hat das niemand. Man redet ja auch nur so daher. Warum sollte man zuhören? Wichtig, dass die Wahrheit in den eigenen Händen liegt und niemand, niemand daran rütteln kann. Weil es nicht möglich ist, dass es eine andere Wahrheit gibt. Entspannt also, im geschützten Terrain. Erinnerungen an alte Tage. Verrücktheit als Coolness getarnt. Die Depression spazieren führen und das Mitleid einstecken.
Natürlich. Alles öffentlich. Aber der Wirkungsradius ist noch zu gering. Man muss da andere Geschütze auffahren. Werbetrommeln anwerfen und rühren lassen. Dass jeder davon erfährt. Und man endlich in eine andere Position rückt. Die Tage schon leicht klargemacht, dass man anderes zu tun hat. Einladung zur Arbeit? Allein die Wortwahl! So was lernt man wahrscheinlich in den Egozerstörungsfabriken indischer Erleuchteter. Oder man glaubt, dadurch einen gewissen Ernst herunterzuspielen. Was soll´s! Man hat seine Position verteidigt. Am Morgen nochmal die Lügenkanone ausgepackt und von Auftragsbüchern und anderem Blödsinn berichtet. Zerknitterte Gesichter und kaum Regung, weil eben kein Interesse vorherrscht. Man sei ja an der Person interessiert und nicht an der Arbeit. Kommentarlos stehen gelassen.
Im gleichen Trott kommt man aber voran. Die Bücher purzeln heraus. Allerdings, wie schon erwähnt, bedarf es Werbung. Nun, das langwierige Projekt, jetzt ist es an der Angel und man geht stetig voran. Erste Ergebnisse liegen vor. Bin begeistert über die Entscheidung der Ausführung…
Weich und wohlgeformt. Schon wieder gleich halb zehn Uhr. Man ist im Aufbruch.

Tatsächlich spät. Heute von zwei Seiten Radiogeplärre. geht man ins Bad gröhlt einem 70er Jahre Musik durch die Fensterscheibe. Im eigenen Zimmer […] dann ein anderer Sender von oben, wo ein
junger Bursche irgendwelche Wände verputzt. Man lauscht dem hellen typischen Klang der Snaredrum aus dieser Zeit. Alles voll mit Hall, damit man auch groß und mächtig klingt, bei soviel platter Musikalität. Aber Unterhaltung muss es ja auch geben. Jedenfalls ist Flucht angesagt. Schnell, schnell die Taschen packen. Dass man bloß keinen sieht. Man wird herausgerissen aus einem Fluss, den niemand kapieren will. Und wie sollten sie auch? Also: weg da!
Geh´an die Seite und lass´den Mann mal durch. Geh´an die Seite und lass´den Mann mal durch. Geh´an die Seite und lass´den Mann mal durch. Geh´an die Seite und lass´den Mann mal durch. Geh´an die Seite und lass´den Mann mal durch. Geh´an die Seite und lass´den Mann mal durch. usw.
Ruhe, nur vereinzelnd Autogebrumme. Nachschauen, ob die Nachricht auch richtig ist. Und: ja, geschlossen. Sechs ganze Wochen muss man in den eigenen vier Wänden hocken und kann keinem mehr auf den Zeiger gehen. Teilweise stehen die den ganzen Tag, vom Öffnungszeitpunkt bis zum Feierabend, da herum und labern und glotzen und wissen nichts mit sich anzufangen. Unsere fleißige Gesellschaft, die einem immer ein schlechtes Gewissen machen will. Bloß nicht aufregen jetzt. Also Ruhe und ein guter Duft im Atelier. Ständig auch Gedanken an vergangene Zeiten. BL. Und all die anderen, die sich vom Acker gemacht haben. Oder habe ich sie verscheucht? Wen interessiert´s? Gestern erwischt, wie man dann doch recht angenehme Vorstellungen der Zukunft hat. Aussicht auf mehr Platz. Wie man sich ausbreitet. Auch ein Atelier? Aber man muss ja irgendwo schlafen. Für die Oberen wird alles hergerichtet. Man reiht sich ein und denkt im Pasternakschen Sinn sich eine Vergeltung aus. Wobei aber der gute Geist eben leider übergangen wird, wenn er nicht in der Lage ist für sich zu entscheiden. Dann steht man bald mittellos vor der Tür und sucht  den Schlafplatz im Park. Warum nicht? Es gibt etliche Beispiele menschlicher Hassanwendungen. Alles samt und sonders auch Zeichen, dass es keinen Sinn macht, hier länger als nötig herum zu eiern. Wie aus Schicksalsbegegnungen Mord und Totschlag entsteht.
Nee, aber sonst geht es gut. Der bekannte Blähbauch am Morgen. Höre kaum Vögel hier. Krähen und Weckerticken. Im Radio NDR Kultur. Da heißen Moderatoren von und zu… und alle reden so geschwollen, dass ein Maurer kein Wort versteht. Ist das Absicht? Der Bericht über einen Klavierspieler. Man glaubt kaum seinen Ohren, was da an Superlativen aufgefahren wird. Nur leider trällert der Typ nur die alten Kamellen rauf und runter bis man völlig aufgewühlt und angespannt den Ton wegdreht. Heute. Viel Kaffee. Man schläft nur noch vier oder fünf Stunden die Nacht. Abends Berieselung ohne Ende.

Mehr oder weniger entspannte Tage. Jetzt einfach den Krach über sich ergehen lassen, weder links noch rechts schauen und seine Arbeit tun. Ein Künstler muss doch produzieren! Was für ein Floh da einem ins Ohr gesetzt wurde. Und dass man aber tatsächlich auch der Meinung ist, dass man produzieren muss. Beim letzten “Zusammenzählen” der Jahrestätigkeiten dann doch eher verhaltener Applaus. War nicht großartig. Dass man zwei Jahre rechnen soll, bis man wieder einigermaßen in der Bahn läuft. Laufen? Und welche Bahn? Die altbekannte Rutsche voller Schmierseife, auf der man sich mehrmals langgemacht hat? Dann besser gar nichts tun und glotzen. Irgendwas tun. Auch wenn man sich wiederholt; es kreist eben im Kopf. Dass man das Alter spürt. Vergesslichkeit. Worte, Namen, Orte. Alles wie ausgelöscht. Aber gut so. Dass man sich nicht mehr mit Belanglosigkeiten abgeben muss.
Trampeln auf dem neuen Fussboden. Darf ich dich zur Arbeit einladen? Man wird darüber gar nicht fertig. Und man hat sich geweigert. Schluss und Aus damit. Radio dudelt ewig. Man tut es gleich, nur eben einen anderen Sender, damit man diese Geplärre da oben nicht mitanhören muss. Alles Gewöhnungssache. Bis auf das Trampeln eigentlich recht ruhig hier. Draußen ist sowieso nichts los. Die Bordsteine sind hochgeklappt. Türen und Fenster sind verrammelt. Menschen trifft man eher selten, was man ja begrüßt. Die Zeit dann nutzen und sich sammeln für eine letzte Aufbäumung……
[…]
Die letzte Dekade. Das letzte Drittel. Seltsame Gedankenvielfalt, die sich um das Tun dreht. Wozu sich krumm machen? Dass man Häuser für kurze Zeit baut oder saniert oder renoviert, um es “gemütlich” zu haben, für die Zeit hier auf Erden. Einige Jahre später wird die ganze Arbeit ganz einfach abgerissen und vernichtet. Was bleibt, sind Worte und Bilder. Dass man sich immer so ins Zeug legt, um irgendwas von Bedeutung zu schaffen. Irgendwas, das Bestand hat. Um einen angemessenen Platz in der Gesellschaft zu haben. Eine Lebensberechtigung – irgendwie. Und warum? Mangel an Selbstwert. Mangel an Bewusstsein. Mangel an Erfahrung. Mangel an Liebe….
[…]
Gestern eine Doku über Orson Welles: Die andere Seite des Winds. Ach Gott. Der Fluch von Citizen Kane und der vergebliche Versuch diesen Film zu toppen. Dass man sich all die Ehrungen und Preise, all die Hall of Fames schenken muss. Dass die keine Bedeutung haben. Allein die Arbeit zählt. Und dann das tragische Ende. Als Künstler muss man sich entscheiden, ob man als Werk oder als Mensch gesehen werden will… usw. Das hat Arno Schmidt gesagt. Übrigens: Lou Reed sagte, das Wichtigste ist die Arbeit.

Frost. Ostwind. Alles sehr sibirisch kalt hier. Dauerndes Knattern der Maschinen über Land. Von Gegenüber ständiger Motorenlärm irgendwelcher Traktoren und LKW´s, die Totvieh verladen, zum Schlachten. Beseelte Ware, die nach gewisser Zeit einfach nichts mehr abwirft und die eigene Wirtschaftlichkeit eher behindert, als voran bringt. Aber im Kapitalismus scheint sowas dazu zugehören. Waren und Güter. Alles aus den Ideen und Machenschaften der Menschen entstanden. Soweit vorangetrieben, dass man dann auch den Menschen selbst als Ware anpreist. Von irgendwas muss man ja leben. Endstadium Kapitalismus ist tatsächlich USA. Bewaffnet läuft man durch das Land und knallt einfach alles ab, was an seinen Besitz will. Ein riesiger schamloser Zirkus voller Wahnsinniger, die dem Goldenen Kalb verfallen sind. […]
Heute wieder Ruhe. Das Glück kaum zu fassen. Ständig diese Habachtstellung ist auf die Dauer tödlich – koronare Herzkrankheit, hervorgerufen durch Stress. und hier ist Stress, beinahe täglich. Aber heute Ruhe. Wieder Ruhe. Gestern ja auch schon. Obwohl man sich nicht zu früh freuen darf. Jedes Automobil größerer Bauart, das hier heran rauscht, könnte die Friedlichkeit stören. Anspannung, Entspannung, dauernd geht das so. Dass sich da Plague bildet ist vorhersehbar. Das setzt sich in den Arterien ab und bildet kleine wachsende Barrieren, die den Blutfluss letztlich verhindern und das Herz nicht mehr mit Sauerstoff versorgen, dass man tot umfällt. Frost. Einatmen jetzt immer durch die Nase, dass der Atem angewärmt wird. Oder eine Art Skimaske tragen. Die kalte Luft verengt die Arterien. Frost. Kein Schnee. Auch keine Weihnachtsstimmung, wie schon seit zwanzig Jahren hier. Dieses Fest, das auf der ganzen Welt gefeiert wird und für alle Menschen eine bestimmte Bedeutung hat, ist hier in diesen Gefilden nicht erwünscht. Wahrscheinlich laufen an die 8 Milliarden Menschen, die Weihnachten feiern, alle in die falsche Richtung und sollten sich hier mal erkundigen, wo es denn eigentlich lang geht und was das Ziel ist. Die irren sich alle. Man selbst sieht da keine Bedeutung. Ein Heiliger? Buddha war auch heilig. Oder doch nur ein verzogener Sohn reicher Eltern, der sich blöde gefastet hat? Stimmen höre ich auch, in der Nacht. Selbst am Tag. Immerzu. Aber ob die nun irgendeine Wahrheit verkünden oder nur marktschreierisch Blödsinn verkaufen, weiß ich auch nicht. Jedenfalls gibt es hier kein Weihnachtsfest. Aus. Und warum auch? Nur weil alle das feiern? Was die alle tun ist sowieso schwachsinnig. Man hat ein energetisches Level erreicht, dass die vielen Ereignisse aus einer anderen Perspektive erblicken lassen. Ja, man weiß um die Fehlleitungen. Ob das nun eine asoziale, agesellschaftliche Haltung sei, kann ja nicht relevant sein, wenn man selbst doch glücklich ist, oder? Vielleicht ist es aber auch eine Art Selbsterhöhung. Seiner Bedeutungslosigkeit aus dem Wege gehen, indem man sich zur Aufgabe macht, immer und überall anderer Meinung zu sein; und bloß nicht die Gewohnheiten der minderwertigen Menschen mitmachen. Nennt sich das nicht Arroganz?
[…]
Frost. Eisige Stimmung auch hier. Man redet wenig. Seit Jahren nur das Nötigste. Austausch nur über Termine und finanzielle Angelegenheiten. Türen werden schon lange verschlossen. Ganz wichtig dann auch für alles weitere: dass es einen Schlüssel gibt, der die Tür verschließt, zum Zimmer, das man bewohnen wird.
Kreativ gesehen lustige Tage. Wie man sich ganz einfach von allen Belanglosigkeiten trennt. Keine Beachtung den seltsamen Wünschen und Erwartungen anderer. Wer was will, wird sich schon melden und ob man dann Lust hat auf Austausch, wird sich zeigen.
Die Motorengeräusche ebben ab. Langsam sind die frühen Tätigkeiten abgeschlossen und man widmet sich Stallarbeiten oder Hausputzerei – für die bevorstehenden Festtage. Dass man sich jetzt warm ankleidet und schützt vor der ganzen Kälte da draußen und hier drinnen… dass man aufhört Überzeugungsarbeit leisten zu wollen. Es gibt zu viele Standpunkte. Dass man jetzt seinen Erfahrungen ruhig vertrauen darf. Vielleicht hilft ein Ausschluss aus den Feierlichkeiten? Nein! Bloß niemanden überzeugen wollen. Rechthaberei. Ist morgen auch noch ein Tag? Immer bedarf es zu vieler Erklärungen…

Lau heute. Draußen jedenfalls, wenn man das Wetter heranziehen will, um sich gefühlsmäßig einzustimmen auf ein Geschreibe, was nichts an Relevanz besitzt. Gurgelnde Geräusche aus der Bauchgegend und der übliche Treckerlärm. Das sind Entscheidungen. Man muss ja. Und dass es auch heute wieder nur darum geht, sich zu organisieren. Schon sehnt man die Tage heran, wo hier wieder Lärm und Chaos vorherrscht, dass man fliehen kann, um dann ordentlich zu arbeiten. Wie sich hier aber eine Verweigerung einschleicht, die lebensgefährdend nicht ist, doch zumindest Konsequenzen hervorrufen kann, die die weiteren Jahre beeinflussen. Wie allein man aber dabei steht?
Dauerndes Gerausche des Windes. Der größte Angeber unserer Zeit. Wie er ständig allen ins Gesicht bläst und sich nie abwendet, aus Scham vielleicht oder aus Abscheu vor den hervorgerufenen Reaktionen. Gurren von den Dächern. Summen einiger Überlebender. Königinnen, die auf der Suche sind. Auf der Suche nach einem Unterschlupf – wie ich. Patschen und Spritzen und zwischendrin der Ruf des Katers. Dann wieder nur das Knattern. Dass man froh sein wird, die andere Seite dann zu bewohnen. Obwohl? Dass man ständig in der Angst umherirrt, man könnte doch noch ausgeschlossen werden. Warum nicht? Als letzte Konsequenz sozusagen. Dass man sich das mit Ignoranz selbst eingebrockt hat. Man wusste doch um all die Defizite. Man wusste doch um die finanzielle Lage. Dass es kein Entkommen gibt. Aber eine Akzeptanz. Allein der Umstand, dass immer schon Verzicht geübt wurde, macht die Aussicht dann erträglich bis unwichtig.
Unterschrift leisten. Beglaubigungen einholen. Schriftstücke kopieren. Die Welt der gemachten Gesetze. Dass es ja für alles irgendwelche Bestimmungen gibt und man eben so ein Recht besitzt, alles und jeden zur Verantwortung zu ziehen. Das ist dann das Ergebnis jahrzehntelanger Erkenntnissammlungen zum menschlichem Zusammenleben. Dass es anders nicht geht? Hier und hier. Meins. Nein, wir teilen nicht. Christliche Werte verteidigen. Dass man doch immer den Feind geliefert bekommt. Suche gibt es heutzutage nur noch im Bereich der Schuldzuweisungen. Dass es keiner Therapie bedarf, solange man sich des Feines bewusst ist. Wenn man den Feind kennt, hat der Tag Struktur. […]
Laues Lüftchen, das sich abwechselt mit starken Böen. November und der Natur ausgeliefert. Wei auch dem Umstand des Lebens. Was man aber daraus macht? Akzeptanz allein hilft nicht. Dass man das Schwert in die Hand nimmt. Heroisch. In die Schlacht und dann gestählt heraustreten und sich umschauen und das Gemetzel am Ende erkennen. Über Leichen gehen. Oder sie im Keller vergraben. Lügen. Worte. Genuschel. Vertuschen. Draußen wird es heller. Nur langsam lichtet sich der graue Teppich am Himmel. Ob da Sonne ist?

Dass es eine Qualität der Zeit wohl gibt. Wo man sich von den Energien hin und her werfen lässt, als gebe es keinen Freien Willen. Da zittert am Morgen der Darm vor Anspannung und man will sich befreien, wenigstens körperlich, wenn schon nicht geistig-seelisch. An Tagen wie diesen dann unangesprochen durch die Straßen ziehen und auf der Suche nach einem gelungenen Versteck. Dass man sich nicht zeigt in diesen Situationen und sich wegschließt wie einen Täter. Wobei die Konditionierungen soweit greifen, dass man sich als Täter sieht. Ein ewiges In-Frage-stellen seiner Person, seiner Gedanken und seiner Taten alle Mal. Und wenn dann die Zeit ganz plötzlich ihre Segeln eingefahren hat, kein Wind das schwere Lebensschiff zum Kentern bringt, wenn der Himmel aufreisst wie ein Hefeteig im Ofen, das ist Euphorie. Manchmal braucht man auch nur über Nacht den Router mit der WLAN Verbindung anlassen, um die unsichtbare Störung der Wellen auf sich einwirken zu lassen. Am Morgen dann zerfahrene Gedanken und eine Energie, die die Welt aus den Angeln nehmen will. Was von beidem nun dazu geführt hat, dass man diese Leichtigkeit empfindet, ist vielleicht unerheblich, aber sie ist spürbar und das allein zählt.
Zwischen den grellen Schreien der Gänse immer wieder stinkender Dieseltrecker. Fast wie nach einem Angriff. Großes Getöse und alles verbarrikadiert sich, dann Stille und Einsamkeit, die man greifen kann. Man lässt die Finger davon – heute auf alle Fälle. Dass man sich ja hätte denken können, dass es auch hier ein Ende hat. Unaufhaltsam wie die Zeit vergeht. Eine Illusion, die formlos uns in ihren Bann zieht und täglich aufs Neu in Bahnen zwingt, die wir suchten, fanden und nun abgehen, Tag für Tag. Was für ein Glück. Ich gehe die Bahn, die ich wählte.
Von hinten naht schon wieder ein riesiges Ungeheuer aus Lärm und Gestank. Ständig dies Hin- und Hergefahre. Man hat sich das ja ausgesucht. Dass man froh ist keine Kühe zu besitzen. Nicht mal einen Hund. Der Kater ist relativ selbständig und wird sowieso von der anderen Person in Beschlag genommen. Die andere Person. Namenloses Schicksal, das zwingt Dinge zu sagen und zu tun, die man vielleicht sonst nicht sagt oder tut. Ein lauter Knall lässt einen dann hochfahren. Es löst sich ein Furz. Die Antwort auf so viele Fragen. Die andere Person ist schon ein Teil von einem selbst. Deshalb typische Konsequenz – Reaktion auf Aktion. Diese Entfremdung. Dass man mal beisammen lag, nackt, Haut an Haut. Kaum vorstellbar jetzt. Und auch bestimmt nicht gewünscht. Eher läuft man in den Straßen umher und schaut nach flüchtigen Bekanntschaften, die am Morgen dann auch gleich wieder verschwunden sind. Emotionale Abrichtung. Trennung von dem und dem. Wie so ein Mönch, der sich mit seinem Christus vereint fühlt und sich ständig selbst verletzen muss. Vielleicht aus Reue. Was bereut man denn schon? Viele Entscheidungen entpuppen sich, jedenfalls in unserem Fall, als richtige Entscheidung, auch wenn es mit Verletzungen einherging und immer noch geht. Aber man wächst. Euphorisches Wachstum. Ob es nun die WLAN Energie war oder die Qualität der Zeit, es ist ein Wandel.

Recht schneller Verlust der Gelassenheit. Täglich neu. Immer wieder Neuigkeiten, die keinen Trott zulassen und keinen Stillstand akzeptieren. Weiter, weiter, ruft es da von irgendwo her. Weiter nur und siehe: das gelobte Land ist nicht mehr fern. Wenn´s man nur so wäre. Außer ungewollte Erledigungen durch Entscheidungen anderer Lebewesen, gibt es nichts am Horizont zu erblicken. Blaue Schlieren am Himmel, wie mit einem dicken Pinsel gezogen. Und auch noch Gedankenvielfalt am Morgen. Hinzu kommt der ständige Verkehr in den Räumen hier. Man fragt sich, was es werden soll. Heute? Und überhaupt. Übrigens ist nun auch klar, was es mit der Gesamtsituation auf sich hat: dass man endlich arbeiten kann. So eine Aussage dann mal genauer betrachten und eigentümlicherweise erst gar nicht begreifen, was da gestrickt wurde, um auch den letzten Zweifler zu bekehren. Arbeit ist demnach nur möglich in eigenen Räumlichkeiten. Ansonsten gibt es nirgends eine Chance auf ordentlicher Erwerbstätigkeit. Es gibt viel Lächerliches auf der Welt. Die Prinzessin, die unter hunderten von Kissen immer noch die Erbse an ihrem Hintern spürt. Alles soll funkeln und glänzen. Die Welt liegt ihnen zu Füßen. Man nimmt sie auf, mit offenen Armen. Heilsbringer. Gesegnete. Wissende. Heiler. Engel.
Vorhin wieder diese unglaubliche Stille. Hinein dann dauernd das laute Rasseln und Quietschen der Sklavin. Ihr Leid ist unvergleichbar höher, als das aller anderen Leidenden. Und das gibt man auch unmissverständlich an die Umwelt weiter. Auch wenn man in anderen Dimensionen weilt, ist es unabdingbar, dass man hier unten mal kräftig durchwischt. Das gesamte menschliche Zeug mal ordentlich durchrüttelt. Ja. Aufwachen, lautet die Devise. Wozu denn sonst ist dies Märtyrertum da? Aber sicher. Dass man froh ist zu den Guten zu gehören… [HR]
[…]
Dass man jetzt nach dem Essen weiter isst. Früher war da die Zigarette. Mittlerweile ein gewaltiges Lebendgewicht erreicht. Dass man zum Glück mit sich einigermaßen im Reinen ist. Obwohl häufig noch das Defizit heraus kreischt. Wie so ein Kleinkind. Wenn man nicht mehr in die Hosen passt, werden neue Beinkleider gekauft, eine oder auch zwei Nummern größer. Das Gefühl ist enorm. Aber anderes Wichtiges gibt es auch.
Dass man alles bereit stehen hat zur Musik. Ach, und dann diese Sache mit dem Film und der Musik und der Eile usw. Dass man diesem Druck tatsächlich ausgesetzt wird von Unterhaltungskünstlern, die glauben, irgendwas begriffen zu haben. Und man geht dann darauf ein. Teilweise in Nachtschichten, früher. Und dann so was! Keine Bezahlung. Kein Kontakt mehr. Funkstille. Im nächsten Jahr dann mal anders reagieren.
Auch idiotische Aufträge jetzt einfach übergehen. Dass man doch kein Zirkusclown ist. Eskapismus, eben.

Das allmorgendliche Unwohlsein hat nun auch einen gewissen Bekanntheitsgrad und man nimmt es dann so hin. Keine Neuigkeiten aus den Gefilden menschlicher Anstrengungen. Nur das übliche Gezanke um irgendwas. Dass man gern mal, gerade jetzt im Alter, ein riesengroßes Ego hätte. Stinken muss das, so groß ist es. Und dass man endlich sich emotional von allem trennt und sich nicht mehr für Verantwortlichkeiten heranziehen lässt. Man dient nicht mehr so gut als Zielscheibe. Dass Selbstzweifel bis zu einem gewissen Grad ja tatsächlich auch gut zur Entwicklung geistig-seelischer Reifung sind, aber irgendwann dann eigentlich nur noch aus einem erwachsenen Menschen ein Bündel Mist machen. Als hätte man so gar nichts vorzuweisen. Was aber auch egal wäre. Irgendwann ist einfach gut.
Heute Sonntag und daher früh hoch und Arbeit. Das bekannte Tun in anderen Gefilden und bestimmt nicht in den heimischen. Hier nämlich wird einem der Stecker gezogen. Die Glühlampe leuchtet nicht mehr. Die Kerze von beiden Enden. Dass man an Ereignisse stösst, die nicht mehr zu rechtfertigen sind. Und dass man einem dann der Kragen platzt. Ganz gleich, was dann an Konsequenz auf einen zukommt, es muss heraus.
Wieder die Empfindlichkeit. Antennen ausgefahren. Überall wittert man Verbrechen und Mord und Totschlag. Schlimmstenfalls wird man abgeführt, weil die Einflüsterungen tatsächlich fruchteten und man komplett am Rad dreht, also verrückt dann. Weiter nichts für heute…
[…]

Schwarze Tüten. Kunststoff oder bekannt auch als Plastik. Mit so Motiven drauf. Dass man vorsorgt und eigentlich so ein heikles Thema nicht ansprechen muss und von daher auch, Schluss damit. Vielleicht als Einstieg? Dass man losfuhr, Zuhause, weil wieder Krach und Radau herrschte und das Radio lief. Zwei Männer in nuschelndem Ton. Dass die sich überhaupt verstehen? Mehr ein Murmeln, als ein Sprechen. Also raus und durch da und dummes Glotzen, was denn jetzt wieder ist und durch da und weg bloß und dass man kaum auf dem Rad sitzt, ein elender Regenschauer auf einen niedergeht. Sollte man tatsächlich diese Zufälle und seltsamen Ereignisse als Zeichen betrachten, könnte man auch gleich den Kopf in den Sand stecken. Der Mensch schiebt an und die Natur treibt es weiter. Letztlich nur natürliche Ereignisse, die einem keinen Weg zu den Sternen weisen. Keine Stimme aus dem “Off”, die Hinweise gibt.. Alles Anzeichen der totalen Hilflosigkeit der Menschen. […]
Dass alles seinen Ursprung hat. Besonders der Glaube an irgendwas. Einem Gott. Mag sein, dass es einen Sinn menschlicher Existenz gibt. Am Ende ist aber alles nur eine andauernde Einflüsterung fehlgelaufener Idioten. Das ewige Hin- und Herwälzen von Gedanken verfestigt irgendwann die Gedanken und man glaubt. Tatsächliche Beweise gibt es nicht. Das muss man sich immer wieder vorsagen, damit man nicht auf die Quacksalber und Verkäufer hereinfällt.
Eigentlich total aus dem Konzept. Kurzes Schreiben nur und dann schon der erste Besuch. Dass die Nachbarin Krebs hat. Seit Wochen nicht gesehen. Chemo. Der übliche Gang. Was man da tun kann ist rätselhaft. Begleitung und Rücksichtnahme.
Und wieder der Blähbauch. Aber keine Nebenwirkungen bei den Medikamenten. Warten, dass es platzt. Oder dass die Luft aus dem Bauch entweicht. Stille, die man kaum genießt, weil der Kopf jetzt so vollgestopft wurde – mit Müll. Man tritt dann noch mal nach, damit da mehr hinein geht. Größte Aufgabe der nächsten Jahre wird sein, sich abzuschotten und sich emotional zu trennen. Wahrscheinlich ist das die einzige Hilfe, die man hat. Gesunder Egoismus. Antennen einfahren. Bloß niemanden an einen heranlassen. Man hört nichts, sieht nichts, sagt nichts. Wozu auch, wenn es keinen interessiert? Was einem gleich auffällt, beim Besuch hier. Kein Umblicken. Ach, das machst du also? Nichts dergleichen. Entweder ist es zu viel oder man hat kein Interesse. Und das bei so vielen Menschen. Gestern gerade wieder. Kaum dass ich die Tür öffne, plappert es los. Völlig übergriffig und… ja, die ganze Welt hat nur auf dich gewartet. Ja, es dreht sich alles nur um dich! Dass man sich nie etwas anmerken lässt. Schon aus Rücksicht und auch dass bald Schluss ist. Daher auch keine Beteiligung an einem Gespräch, was ja so auch gar nicht gibt. Es ist eher wieder der typische Ausfluss all derjenigen, denen man nicht zuhört oder die allein sind. Nicken und anschauen. Abwarten. Dann abschalten und sich auf anderes konzentrieren. […]
Ach, und dass Nachricht kam, nach bestimmt neun (9) Monaten. Man wollte natürlich wieder was. Kein wirkliches Interesse an der Person. Die Fähigkeiten sind wieder mal gefragt. Dass Scham nicht zu den Eigenschaften der Egomanen gehört. Dann würden sie sich ja ihrer Unart bewusst. Eigentlich sollte man diese ganze Chose hinschmeißen und sich ein für alle Mal verabschieden. Immer dann dieses Grinsen vor Augen. Über Leichen gehen. Oder in den Keller stecken.

10:26 Uhr. So als Einstieg wieder. Dass man einen Text schreibt, um einen Text zu schreiben. Als Einstieg. Dass man dann auf Gedanken und Ideen hofft. Eigentlich nicht hofft, sondern da schon vertraut, dass was kommt. Irgendwas ganz Schlaues. Oder ein genialer Gedanke zu einem Thema, das die Welt umtreibt. gestern da z.B. in den V. R. gelesen und tatsächlich eine Rezension über den Dangast Film von A.T. gefunden. Eigentlich war klar, dass so ein Kopfmensch sich auch dazu auslassen muss. Leider waren die Ansätze einer Kritik gut bis sehr gut. Leider, weil da ein Blick offenbart wurde, der doch schon weiter sieht. Patriarchat. Strukturen, die sichtbar werden im Film. Wie die Mutti den Kinderwagen schiebt. Wie die Muttis im Garten sitzen. Muttis beim Einkaufen fürs Familienessen, das sie neben der Arbeit noch herrichten. Wobei man aber erinnert, dass es da auch einen helfenden Mann gab. Genau. Aber das rückt den Film in ein so seltsam anmutendes Licht. Provinz und provinziell. Der Mann und die Frau. Rollenverteilung. Und so offensichtlich im Film zur Schau gestellt.
[…]
Am gestrigen Abend beinahe ausgeklinkt, weil die Handwerker nicht aufhören wollten/ konnten/ mussten. Was auch immer. Und immer dieses Nuscheln. Alle Endsilben verschlucken. Undeutliche Aussprache. Deutlich auch hier die Rollenverteilung: der Vorarbeiter und der Handlanger. Als sie dann doch fertig waren mit dem Verkleiden der Decke, raste der Handlanger hin und her, vor und zurück und verstaute Werkzeug und Müll und Kabel und Leitern, während der Vorarbeiter sich seine Arbeit besah – jedenfalls so die Vermutung. Ein Krach ohne Ende. Dann dann aber doch Ruhe. Unter die Dusche. Allein im Haus. Essen. Nichts.
Oft jetzt so Anwandlungen. Dass es ein Ende geben muss. Von allem. Schlicht und einfach wäre dies Dasein doch nicht auf ewig zu ertragen. Wer will ewig leben? Und wie dämlich muss man sein? Dass die Gedanken meist am Morgen an der Zimmerdecke hängen. An Fäden aufgeknüpft. Herunterreißen und in den Müll damit. Man kann sich nicht jeden Gedanken genau anschauen. Wozu auch? Es gibt vieles, das man ganz einfach unangetastet herumliegen lassen kann. Ohne schlechtes Gewissen. Wozu?
Dass der Einstieg oft auch daneben gehen kann. Man schreibt dann und schreibt und eigentlich gelangt man nicht in einen Fluss, einen Gedankenfluss, der es wert wäre, zu verfolgen. Nur so ein Hintereinander reihen von Blödsinn. Oder Müll. Der wurde dann auch abtransportiert. Der Vorarbeiter verlangte nach Säcken oder Eimern. Nichts. Also unter den Teppich. In den Müll den Müll.

Bloß keine Uhrzeit. Dass man sich noch rechtfertigen muss und so. Ach, und dann wieder so ein kummervoller Blick. Man fällt aber nicht drauf rein. Erschreckendes Erwachen im Lärm und dass der Handwerker gar nicht hinein kam, in die gute Stube. Kalt ist es. Frostig. Er wartet im Auto. Dass man alles hört. Alles. Vielleicht gibt es einen immensen Vorteil, wenn man umgezogen ist: der Lärm wird vorm Haus sein und dort auch bleiben, dass man im hinteren Teil dann in Ruhe leben und arbeiten kann. Kaffee gemacht, in der Küche. Komische Blicke. Dass man früher immer gleich in eine Schutzhaltung ging, sich versteckte oder gar flüchtete. Heute dann immer ein kräftiger Atemzug und …. raus. Den Türgriff tönend hinunter gedrückt, die Tür schwungvoll patriarchalisch nach außen gewuchtet und die Stampfbeine hinaus auf den Flur gestellt. Wo ist denn das Problem? Gibt es denn eins? Gruß und Lächeln und wieder weg in die Höhle. Dass man dann tatsächlich andere machen ließ. Erinnerungen, wie man vor Jahren ein Haus kaufte und plötzlich hieß es: nun mach´mal! Mauern, zimmern, verputzen, bohren, hämmern und dübeln, verkabeln und verlegen, zerschneiden und verrühren. Dass da niemand, außer einer Person, mal fragte, ob man überhaupt dazu in der Lage ist? Dass man Erwartungen glänzend erfüllen kann. Da mauert man dann einen Schornstein. Nie ein Wort über diese Dinge verloren… verlorene Worte.
Frost. Tatsächlich und gleich mittag im Atelier. Heute ruhig angehen, da am Abend wieder zu lange Eskapismus betrieben wurde. Blähbauch wie immer und heute dann mal Frühstück gekauft. Apropos kaufen: wieder so eine Sache verfolgen, wie schon die Gitarre. Ob man geizig ist? Eher Angst, man könnte seinen Kram nicht mehr zahlen. Aber ständig glotzen und suchen. Irgendwie so Konsumstress durch eine größere Summe Geld, die man bekam.
Nun, es geht um Tasten und Koffer und so. Muss nicht näher ausgeführt werden. Dass man sich das zu Weihnachten wohl gönnt. Entscheidung auch, das Klavier NICHT zu wollen. Nach all den Jahren der Ignoranz und Eigennützigkeit, des Egoismus und der Selbstverliebtheit jetzt damit ankommen? Auf den Flur damit! Man hat da seine eigenen Dinge, die einen jetzt erfüllen. Dazu gehört dann auch demnächst angesprochenen Sache.
Gestern die eigentümliche Erkenntnis, dass man vollkommen aus dem Ruder gelaufen ist. Anhand der Zeichnungen deutlich sichtbare Spuren totaler Unkonzentriertheit und Ideenlosigkeit. Vielleicht nicht unbedingt ohne Ideen, aber sicher seltsame Striche auf dem Papier. Man schob es zunächst auf die neuen Stifte: Edding 1800, wasserfest und lichtecht. Dass man so anders zeichnet? Wieder neue Barrieren im Hirn, die überwunden werden müssen. Aber dann jedenfalls die Kritzeleien des Tages beäugt und, wenig! Und so krickelig. So hat man doch nicht gezeichnet? Noch im letzten Jahr ganz anders und so. Den Stift wechseln? Man hat dann auch immer wieder Anwandlungen und schaut in eine elende Zukunft.

Dass man jetzt nun doch hinein gezogen wird in diesem von egoistisch-ehrgeizigen Verlangen zerfressenen Vorhaben. Und man lässt sich wieder so vereinnahmen. Wachsamkeit und Achtsamkeit und Aufmerksamkeit erscheinen wichtig. Sollte man jetzt etwas anmerken, man wüsste gleich hier die Antwort: ja, dass es sich auch um die eigenen Angelegenheiten handelt. Und man ruhig mal eine Tätigkeit ausführen könne, schließlich kümmere man sich ja sonst schon um rein gar nichts. Außerdem das Geld. Und ich. Außerdem das Geld. Und ich. Außerdem das Geld. Und ich. Außerdem das Geld. Und ich. Außerdem das Geld. Und ich. Außerdem das Geld. Und ich. Außerdem das Geld. Und ich. […]
Schwierig dann jetzt in einen Fluss zu kommen, der kreativ sein soll. Ideen umsetzen, wenn man im Dreck und Chaos ein und aus geht? Desinteresse kann kaum größer sein. Aber dass man ja nun alles darauf hin vorbereitet, das Lehrstück abzuliefern. Vorbereitungen sind im Gang und es zeichnet sich auch ein Erfolg ab. Die Paranoia läuft hechelnd hinter er und ruft ständig nach einem Stop, den es nicht geben kann. Ignoranz kann man auch. Oder besser Dolchstöße.
Gestern tatsächlich Ereignisse, die an alte Tage erinnerten. Gesichter in der Fensterscheibe. Erst eines, dann noch eins und dann noch mal jemand – und alle verlangten Einlass. Bis auf einen Besuch wirklich nur Gerede über dies und das und alles, was nicht interessiert. Dass alle Menschen so wenig Leben haben. Wie sie über andere ständig reden. Aus Anteilnahme? Wohl eher nicht. Wahrscheinlich ist es die Ablenkung von seiner eigenen tragischen Existenz, die so gar nicht so verlaufen ist, wie man sich das gedacht hat. Und nun? Dass man dasteht und sich umschaut, fragend, dass es das gewesen sein soll? Ja, mehr gibt es nicht. Und dass man stottert und stammelt und einfach den Hals nicht vollkriegt.
Kreativ gestern Ideen nicht umgesetzt, aus besagtem Grund (siehe oben!). Aber heute dann um so einfacher das Abarbeiten. Auch Entscheidungen getroffen. Morgens der bekannte Quacksalber im Bett. Erschreckend der dicke Bauch. Das ist dann das Resultat für das Aufgeben des Rauchens. Irgendwann dann mal Einschreiten und das aufhalten. August 2017 bis heute. Knapp 1500 Euro. Was immer das heisst. Man weiß es, das ist ausreichend.

Morgendliches Hin- und Herwuseln. Und dass die Rechtschreibhilfe des Programms das Wort nicht kennt und mit einer roten geschlingerten Linie unterstreicht. Man solle sich Gedanken darum machen, was denn das bedeuten soll und woher das denn kommt Das gibt es so nicht. Oder ist nicht bekannt. Sage ich ja. Fast stressige Anwandlungen. Regen und wie ein Besessener durch die Fäden durch. Trotzdem mit nasser Hose im Atelier angekommen. Fenster auf, Luft und elf Grad im Dezember. Die Heizung runter und warten, dass man sich etwas beruhigt. Kaffee dürfte da eher hinderlich sein mit seinem Koffeingehalt. Trotzdem auch hier ganz männlich eine Tasse im Automaten aufgebrüht. Schluck für Schluck dann in die Sitzposition. Atmen. Atmen nicht vergessen. Und das Radio aus. Heute morgen schon der Handwerker wieder mit Berieselung. Die blockierte Telekomleitung oder wie man im 21. Jahrhundert eine Verbindung ins Internet aufbaut, ohne Wut zu entwickeln. Langsam aber, langsam Entspannung. Noch so Erinnerungsfetzen aus alter Zeit. Dass man wohl auch da Schlussstriche zieht. Ja. Schon längst erledigt. Warum also auch nicht gleich bei sämtlichen Beziehungen, die eigentlich nur einer einseitigen Ausbeutung dienen? Gleich nach dem Erwachen an die Blicke und Worte einiger Personen gedacht, die man sich dann auch schenkt. Man will doch nicht das ewige Gejammer anderer Leute hören. Es reicht das am Telefon von der Mutter. Dass sie eigentlich nur noch schlecht über ihre Kinder, Enkelkinder und Urenkelkinder redet. Warum? Weil sie Erwartungen an diese stellt, die diese nicht erfüllen. Man fährt für mehrere Wochen zu Besuch und ahnt nichts Böses und dann wird man praktisch links liegen gelassen. Jeder müsste doch sehen, dass man nun hier die erste Tröte spielt. Sie ist so unglaublich selbstbezogen, dass sie keine Demut entwickeln kann. Auch kein Mitgefühl. Keine Gnade, auch da nicht. Herzlose Mütter und Frauen.
So. Regen. Frische Luft und Ruhe im Karton. Der Maurer war ja schon gegen halb acht Uhr im Haus. Unglaublich diese Arbeit. Man muss schon ein dickes Fell haben oder auch Spaß daran, um solche Tätigkeiten auszuüben. Ursache und Wirkung. Entscheidung und Konsequenz. Dass man jetzt wirklich froh um seine Stellung ist. All die Jahre der Suche nach Beschäftigung. Letztlich nur des Geldes wegen. Und nun in der Abgeschiedenheit der vor sich selbst weglaufenden Welt. Man hält nichts von Yoga und Meditation. Es reisst einen aus der kreativen Energie. Praktisch wird man bestohlen. Wieso sollte man sich so etwas antun? Die Zeit der körperlichen Übungen nutzt man lieber zur Recherche. Beweglichkeit ergibt sich durch Spaziergänge und die allabendliche Fahrt auf dem Ergometer. Kondition ausreichend vorhanden. Übergewicht auch. Dass man der Mutter ähnelt, obwohl man das vermeiden wollte. Äußerlich wie auch im Innern. Tragisch der Umstand, der zum Glück erkannt ist, so dass es Chancen gibt, dies zu ändern. Und wie sich nach dem Tod des Vaters die Anklage nun an die Mutter richtet. Aber es ist keine Anklage. Man ist schlicht und einfach nur genervt von dem Gerede.

Nee – keine Uhrzeit. Völlig egal und hinderlich in allen Bereichen, besonders zur Aufnahme der kreativen Energie. Dass man sich doch nicht abhängig macht. Gut. Jetzt aber weiß man, was denn dieser wahnsinnig nervende Irrsinn am Morgen hervor ruft. Muss man auch nicht benennen. Man weiß es und das ist ausreichend. Manche persönlichen Angelegenheiten kann man getrost für sich behalten. Die Dosis aber herauf gesetzt und nun wieder diese dämlichen Symptome. Schläfrigkeit und unkonzentriert. Auch kein Ziel mehr vor Augen. Dass man einfach so in den Tag hinein leben darf, sich aussucht, was man tut und es dann auch tut oder auch nicht. Ganz gleichgültig. Im Hinterkopf immer der Blick nach vorn. Angst im Nacken. Keine Vorahnungen, sondern eher Befürchtungen durch jahrelanges Eintrichtern der Ängste anderer. Dass man dann heute mit Rucksäcken und Tüten behängt ist, die voller Unrat der anderen sind. So was loswerden. Dass man sich dem Stress ständig selbst aussetzt. Jetzt dann auch zurück rudern und seine Entscheidungen überdenken und gegebenenfalls revidieren, also neu entscheiden. Was wichtig ist?
Dass es bereits jetzt schon wieder an der Tür klopfte und man mit Mitteilungen, die man nicht wissen will, gestopft wird, die die Leber einer Gans. Irgendwann kommt dann auch mal der ganze Dreck an die Oberfläche und man kotzt es ihnen allen vor die Füße.
Entscheidungen. Auch jetzt nach diesen neun Monaten der totalen Funkstille abrupt den Kontakt wieder abgebrochen. Es gibt keine Antworten und auch keine Erläuterungen. Man geht eigene Wege und braucht dieses Gesindel nicht mehr. Wiederholungen! Ein Ego so groß. Ein Ego, das stinkt und alles niederwalzt, was es sich in den Weg stellt. Eine Trennung der Verbindungen zu den anderen. Das Kabel kappen. Alles trennen, was sich an einen angeheftet hat. Kappen und alle Stricke vernichten.
Der und der. Der auch. Und die. Ach, und die besonders. Ja, und die alle. Der und der. Und der. Der auch. Die sowieso. Die auch. Ja, die auch. Leider der auch. Die und die. Und die. Und die auch. Und der. Der und der und die und die. Ja, der auch… […]

Wie man sich benimmt. Und wie man wird, was man ist. Dass man rücksichtslos ist, auch war. Unbewusst in engen Bereichen. Wie man sich eines schlechten Gewissens entledigt. Wie man nicht mehr zuhört. Wie man nicht mehr kommuniziert. Vom guten Benehmen. Dass es anderes wertvolles zu entdecken gibt, was man so noch nicht kennt. Ein Ziel.

Dass man sich erzählen lassen muss, dass andere auf einem höheren energetischem Level seien, als man selbst. Die Wahrnehmung sei eine vollkommen andere, erweitert, intensiver; dass es eben die Hochsensibilität sei. Und dass man sich sagen lassen muss, man sei mit seiner Energie und seinem Gesamtverhalten eher störend, eigentlich übergriffig und dass es an Vergewaltigung grenze. Dass man Abstand halten solle. Die allumfassende Wahrnehmung mache es schließlich auch, dass man Räume, ja Wohnungen und Häuser nicht mehr betreten darf, bitte. Weil eben Gefahr besteht die vorherrschende, heilende Energie zu zerstören. Ja. Mit dem Sein. Dass man das nicht persönlich nehmen soll. Die Vorkehrungen dienen dem eigenen Schutz. Dass man sich dann noch sagen lassen muss, dass der Kot nun auch völlig anders beschaffen ist. Es riecht auch nicht mehr. Man hat einen göttlichen Status erreicht.
Seit zwei Stunden Lärm. Handwerker war auch schon da. Fuhr aber wieder ab, weil bestimmte Arbeiten noch nicht fertig gestellt wurden. Nun ja. Man hört sich das dann kurzzeitig an und verschwindet eiligst wieder ins eigene Terrain.
Abends jetzt wieder ein Beisammensitzen mit den typischen Selbstbekundungen. Dass sie sich ständig mit ihren Meinungen hochschaukeln, bis ein Schuldiger gefunden ist. Dass man den Kerl aus dem Haus vertrieben hat und auch mit Sekt nun anstoßen darf. Wie man es schafft unter einem Dach mit diesem Gesocks zu hausen bleibt schleierhaft. Wohl auch ein gehörig Maß an Faulheit. Überhaupt Faulheit. Seit Erhöhung der Dosis nun wieder recht schlaff. Ständiges Aufstehen, um nicht wieder einzuschlafen. Drängen im Innern an die Arbeit zu gehen. Dann gegen Abend die ersten Striche, ein, zwei Kritzeleien, dann war es das auch und man hat die Kleinigkeit wenigstens nicht vergessen und auch ausgeführt.
Wie vorhergesehen ist jetzt Ruhe hier. Der Kerl mit der Motorsäge ist verschwunden. Ein grausames Dröhnen seit sieben Uhr. Schächte, die leer gepumpt wurden. Der Abfall der Menschen. Unterirdisch. Unterm Teppich eben. Einzig das Rauschen der rotierenden Festplatte ist noch zu hören. Na ja, und das wichtig-unwichtige Getue anderer Mitbewohner. Ein ständiges Hin- und Her Gerenne, wo man sich fragt: was macht die? Hinzu kommt die daraus erwachsende Panik, man würde gleich schon wieder gestört. Da gibt es ja keine Hochsensibilität. Also was andere betrifft. Man latscht wie ein Troll in die Gefilde anderer Lebewesen und scheint die Empfindsamkeitskappe abgesetzt zu haben. Hinein und rumpelnd unkreativ sogleich los quaken, wie das Geschnatter der Gänse da draußen. Jetzt nicht! Jetzt nicht! Es tönt noch in den Ohren. Mitteilsam war man. Dass man im Laufe der Jahre das aber abgelegt hat, auch wenn´s schwer fiel. Man teilt gern die Freuden des Lebens mit dem Partner.
Dass man Geschütze auffährt, die radikaler nicht sein könnten. Und das ist gut so. Man wird Hebel ansetzen und einiges zu Fall bringen. Unterstützung wird es von hier nicht mehr geben. Dass man nun ins Freie tritt.

Dass man sich nicht in die Augen schaut. als Zeichen der Ignoranz und des totalen Desinteresses. Klopfen an der Tür, Entschuldigung, dass man stört und es gibt doch Wichtigeres als diese Zeichnerei. Dass man sich da nicht hinein ziehen lässt. Der am Morgen verursachte Lärm lässt darauf schließen, dass keine Hochsensibilität vorliegt. Eher Trolltum oder Holzfällermentalität. All die Einflüsterungen nahm man dankend als Belege und Beweise an, nur stimmte eben nichts an den Thesen und Theorien. Es war reine Spekulation. Kurzerhand wurde aber trotzdem alles ausgesperrt und man trat auf dies und jenem herum. Mit dem Ziel sich nie wieder zu öffnen und geschützt in einem Raum vollkommener Harmonie zu verweilen, für jetzt und immer da. Dass man dann flüchtet, ist verständlich.
Ausmaße, die einer Sabotage gleichen. Der Irrsinn im Kopf wird öffentlich gemacht und man sieht sich in allen, sämtlichen Belangen im Recht. Natürlich. Schließlich weiß man um den Wahnsinn. Aber man muss da nicht mehr kommunizieren, weil es sinnlos geworden ist. Jemandem von etwas zu überzeugen ist schwachsinnig. Konsens ist nicht möglich, weil es eben von beiden Seiten Eingeständnisse erfordern würde.
Früh am Tag. Rattern und Rauschen wie immer. Dass man da feinfühlig auf die Baumaschinen der Menschen hört, zwangsläufig. Man könnte Kopfhörer aufsetzen; sich Musik vor dudeln. Oder Gehörschutz tragen – hochsensibel.
Aufgaben sind klar. Geplant ist nicht viel. Aber es gibt Vorsätze. Man verabschiedet sich von gewissen Dingen und Leuten. Ruft das Jahr des Eigensinns aus und strahlt dann bis über beide Backen bei so viel Egoismus und Eigennutz. Dass man immer zugehört hat. Dass man unterstützt hat. Dass alles seinen Platz und seinen Raum hatte, auch heute noch. Dass es Berechtigungen gibt für all das. Aber eben auch noch andere Sichtweisen und Ansichten, die es ebenso verdient haben gehört und angesehen zu werden. Wer das nicht kapiert, sollte den Rückzug antreten. Wie lange Saturn noch wütet in diesem menschlichen Haushalt, mit Staubwedel und Wischmop, ist nicht vorhersehbar. Dass man da aber immer noch ein Gespür für hat. Sicher. Wie einem fast alles abgesprochen wurde, als hätte man weder eine eigene Meinung, noch überhaupt eine Berechtigung für diese auch einzustehen. Dass bis auf Kleinigkeiten eigentlich alles falsch ist, an der Person, am Verhalten und am Äußeren. Wie man darauf nur herein fallen konnte? Wie man sich drehte und drehte und dann unerkenntlich zurück blieb. Aus vielerlei Gründen […]
Vorwärts in eine ungewisse Zukunft. Leben in dauernd lauernder Stellung. Hab Acht Haltung. Vorsicht. Hier und da. Dort und dort. Den Blick fest auf die Dinge gerichtet. Die Sinne geschärft, wie ein gefangenes Tier.

Egal wo man sich nun aufhält, überall herrscht eine entzückende Unruhe. Fenster und Türen werden eingebaut. Wände verputzt und verspachtelt. Fußböden gelegt und versiegelt. Grundstücke werden veräußert, damit man diesen ganzen Scheiß auch zahlen kann. Dass man in dieser Situation Haltung bewahrt ist überaus wichtig. Es gibt nichts, das die Meinung ändern könnte. Andernorts dann Höllenlärm mit Motorsägen und Häckselmaschinen. Früh schon die Baumaschinen angefahren. Wie sie fuchtelnd mit den Armen Anweisungen auswerfen. Nuschelnd auch hier die Worte. Keine Verständigung möglich. Auch immer die Vorstellung, wie diese Menschen leben. Dass es Familien noch gibt. Tendenz sinkend. Der umgreifende Egoismus und die lauernde Paranoia hinterlassen Spuren, die jetzt sichtbar werden. Dass man aber auch schon früher die Streitigkeiten anderer zur Kenntnis nahm und sich nichts dabei dachte.
Gleicherorts dann also keine Ruhe. Bekannt nur wieder der großzügige Blähbauch. Langsam kriecht dann auch die Temperatur durch die Füße nach oben und die Kälte lässt einen schütteln. Nach dem Erwachen eigentlich immer in Hitze und Schweiß. Auch nur eine Tasse Kaffee heute. Aufgaben gibt es genug. Auch einen Plan, der wird aber täglich umgeworfen. Dass man sich übergangen fühlt, aber die Entscheidung mitträgt. Vielleicht auch oder wohl nur aus Eigennutz. Umzug innerhalb des Hauses. Aber dann doch häufig die Frage nach einer Gerechtigkeit. Dass die Anzeichen so deutlich sichtbar sind hat man sich ja immer gewünscht. Mannweib. Dass man aber seit Jahren im Stehen pinkelt, um nicht die Haltung zu verlieren. Hygienisch fragwürdig, aber eben psychologisch notwendig. Jetzt werden gesägte Äste in die Häckselmaschine gestopft und Stahlzähne zerkauen das lebende Holz. Die Anzeichen allerorts.
Dass man zur Not auch hier eine Matratze auswerfen kann und Übernachtung möglich ist. Dass man auch kurzfristig an ein Hotel dachte. Ein paar Tage ausspannen und sich Ruhe gönnen. Möglichkeiten gibt es da viele. Entscheidung und Konsequenz. Wie man vorbei geht an den Menschen? Wie man die Höflichkeit verliert. Dinge, die anderen aus den Händen fallen, hebt man nicht mehr auf. Anrufe hat man noch nie gern entgegen genommen. Dass man teilweise auf Fragen nicht antwortet und die Irritation auf diese Stummheit wächst. Aber nicht bewusstes Tun. Doch nun auch die über lange Jahre gelebte Ignoranz gegenüber anderen Wünschen und Erwartungen jetzt hinnehmen und akzeptieren. Dass es doch gewollt war und ist. Das Fest der Lüge. Wie man sich selbst entlarvt. Als Kind. Und dass man sich wichtig nimmt. Als Künstler und Mensch. Dass man Haltung zeigt – natürlich.
Seltsam der Umstand eines fehlenden Interesses am Journal. Unauffindbar wohl für die Nutzer von Internetseiten. Dass es doch alles öffentlich ist. Keine Klicks. Eigentlich noch nie besehen oder gar gelesen. Zeichen und Zeiten hat man abergläubisch ja früher überall gesehen oder sehen wollen, heute erkennt man auch da Konsequenz und Entscheidung. Entscheidung und Konsequenz. Dass man geschickt wird und machen kann, was man will. Freiheit. Unter einer dicken Schicht von Erziehung und Konditionierung. Gestopft mit Ängsten und Strafen. Verkleidet bis zur Unkenntlichkeit. Eine Maske tragend. Eine Rolle spielen. Nie die Wahrheit sagend […]