Dangast Journal V

Was das Leben aus den Menschen macht. Und was auch die Menschen selbst aus sich machen. Wie ein Gottkaiser thronte sie im überbreiten Sessel und schob ihren fetten Arsch hin und her. Diese Ausdrucksweise und das Geschreie erinnerten an das Touret Syndrom. Das ist doch nicht die Mutter, die uns damals ins Bettchen legte und die Lieder sang. Die uns in die Kleider steckte und die Haare kämmte. Die uns das Mittagessen auf den Tisch stellte. Die mit uns die Hausaufgaben machte. Nun also doch und unausweichlich vom Leben dahin gerafft, nieder gestreckt und winselnd am Boden. Da dann mal nach Hilfe rufen, nach göttlichem Beistand. Du hast einen Gott? Unaufhörlicher Treckerlärm. Unaufhörliches Stimmengemurmel von morgens bis abends. Nur durchbrochen durch den Regenschauer, dass man sich verschanzt im Haus, im Auto, sonst wo, um nicht nass zu werden. Schutz suchend ein ganzes Leben lang. Aber nun doch positiv denken und sich nicht herab ziehen lassen, auch wenn der Vater tot ist. Sich anschauen, horchend, nach innen blickend, ob es Veränderungen gibt? Doch, ja. Man fühlt sich befreit. Ob das nun Einbildung ist oder übergroße Vortsellungskraft, die von alten Konditionen gespeist wurde. Keine Ahnung. Aber man ist tatsächlich befreit. Auch die zynisch-negative Haltung gegenüber seinen Mitmenschen wie ausgelöscht. Fast eine Empfindung des Glücks. Schamlos. Dass man ihnen Aufmerksamkeit schenkt. Dass man die Tür offen hält, auch wenn man gleich wieder angezapft und leer gesaugt wird von all den „energy vampires“… man lässt es zu. Man nimmt die Augenblicke wie sie kommen. Dass es keinen Sinn mehr macht sich dem zu entziehen. Schließlich hockt man ja in der Öffentlichkeit. Das ist gewollt. Das ist getan. Und wenn man das nicht will, dann sollte man die Tore schließen und sich verbarrikadieren. Will man aber nicht. Der Sommer schleicht ums Haus und hinterlässt seine Spuren in den Beeten. Allerorts singt man den Sonnengruß und verneigt sich von je her unter dem Mammon. Die angenommene Dummheit der Menschen, die man früh einsog, unwissentlich. Dass man sich auch täuschen darf. Dass man sich auch ändern darf. Soll! Dass man andere Wege gehen kann und nicht dem folgen, dem alle folgen. Die immer wieder erwähnenswerte Pflicht zum Ungehorsam. Nun Stille wieder. Herrliches Wetter mit schlafenden Vögeln. Wenig Rauschen im Kopf. Nur die tägliche Dosis Tabletten. Näher dem Eigentlichen sein. Sich näher, nahe dem Paradies fühlen. Ich habe ein gutes Leben. Dass man sich das als Mantra immer wieder vorspricht, ohne Scham. Ich lebe im Paradies. Nach der Befreiung.

Der Gedanke war ja nur: für einen Tag mal ´raus aus diesem Trott. Wobei man schon fragen kann: „Welchen Trott denn? Du hast doch nichts auszustehen, oder? Tritt man so sehr in den Hintergrund, dasss der Wirkungskreis nicht mal 1 Km erreicht, kann man auch von Unsichtbarkeit sprechen.“ Aber immer wieder darauf herum reiten, auf dieser Aussage des eigenartigen Herrn, der arge Schwierigkeiten mit seiner Geltung hat, bläst die Situation zu einem Elefanten auf, der es nicht mal wert ist, erwähnt zu werden. Und haben wir nicht behauptet, auch mit einer gewissen Selbstüberzeugung, dass dieses Ausmass auch ausreichend sei? Na, bitte! Vergessen wir diesen Herrn doch endlich. Armes Häufchen Elend, verlorene Seele, die nach Menschen sucht. So nicht… der Gedanke war tatsächlich raus zu fahren, auf eine Insel. Schon die Fahrt dorthin, zum Anleger, gestaltete sich überaus tückisch. Zuerst Baustellen auf der Autobahn, auf der Schnellstraße ein LKW nach dem anderen, wieder auch Baustellen und der ständige Blick, ob man pünktlich an der Fähre sein wird? Wobei man ja schon vor der Zeit losfuhr… Umleitung und wieder Zeitverzögerung. Am Anlieger dann Parkplatzsuche… und die vielen Menschen. Dass man vielleicht besser in seinem Paradies hätte bleiben sollen? Auf der Fähre Gesichter, Gesichter, Gesichter… und alle so missmutig. Spiegelbild? Hoppla, wenn dem so ist, dann muss ich ein Trauerkloß sein oder zumindest so wirken. Ich vollführte meine typische Show. In solchen Situationen, wo mir die Affenmenschen derart auf die Pelle rücken, fange ich an Witze zu reißen, Späße zu machen und den Hampelmann zu geben. Diese große Verunsicherung. Diese Energie der Langeweile. Die Atmosphäre der Verlassenheit. Da sind wir alle zusammen gepfercht auf einem Dampfer und jeder sitzt oder steht oder hockt oder kniet für sich. Wir Menschen, wir kommen einfach nicht zusammen…

Der Tag gestaltete sich überaus freundlich. Abseits der Massen am Strand zur Zeit der Strandspülung: ACHTUNG! LEBENSGEFAHR! Also auch hier: Baustelle! Man kann hingehen, wo man will, man trifft es überall, das Leben! Keinen Sonnenbrand. Ordentlich Proviant. Ausreichend zu Trinken. Am Abend retour und Entspannung dann doch wieder im heimischen Paradies. Warum man immer noch weg fährt, ist mir schleierhaft.

Von kalten Tagen und Medikamenten. Dass der Juckreiz nun über den ganzen Körper verteilt ist. Mittlerweile unter den Armen, dass man kein Deo mehr nutzt. Stinkend nun im Sessel sitzt. Stürmisch draußen und eine Plage die dauernde Regenpeitsche. Aber stimmungstiefer geht es immer.

Wieder etwas disziplinierter dieser Tage. Der Gang am Morgen. Nun schon zum zweiten Mal. Fällt aber doch niemandem auf. Man wartet immer auch auf die Frage, wie es einem denn geht? Kommt aber nirgends. Stattdessen flucht die Mutter am Telefon oder, schlimmer noch, jammert über ihren Seelenzustand. Das nun auch seit über Fünfzig Jahren hören. Morgens neuerdings am Tisch sitzend. Sie im Kittel an ihrer eigenartigen Arbeit werkelnd. Da bleibt tatsächlich kein Platz für Zweisamkeit oder Gespräche über die Sonne. Aber sie beschwert sich immer über ihr Essverhalten. Dass man keinen Hunger verspürt und doch essen will/ muss. Ich antworte, dass sei psychologisch zu erklären; eine Sucht, hervorgerufen durch Stress und Einsamkeit. Ich bin doch nicht einsam, antwortet sie dann gleich, als könnte man etwas anrühren, das nicht angerührt werden will. Wenn man still da sitzt, zuschaut und jeden Schritt zählt, den sie geht, ist man immer gewillt zu sprechen. Aber diese verflixte Hochsensibilität verlangt eben keine Ansprachen, sondern unbedingte Ruhe. Und dass man Einfühlungsvermögen zeigen muss. Seit Wochen jeden Tag ihr Stöhnen. Das macht man ja schon über Jahre hinweg, ohne je eine Belohnung dafür zu erhalten. Aber das muss ja klar sein, es gibt doch nicht für alles Gute, das man tut, Gutes zurück. Die Natur und der Mensch sind unbarmherzig.

Mit Disziplin zurück in den Alltag finden. Die Utensilien auf den Tisch. Da steht der Aquarellkasten, die Pinsel, das Skizzenbuch. Was nicht aus der Hand gegeben wird. Dann aber doch nur ein Blick aus dem Fenster. Ich erhebe mich, koche Kaffee, warte, dass das Wasser heiss wird, gieße es dann über die gemahlenen Bohnen. Riechen kann man noch. Auch schmecken. Das Gefühl – ist erkaltet. Wie ein eiserner Griff ums Herz. Kalter Fisch. Dann wieder ständiges Denken an Ideen, die verwirklicht werden wollten oder sollten. Also doch etwas tun? Sobald der Stift in der Hand steckt, ist es aus mit der Umsetzung. Kritzeln im Buch. Gestalten rückwärtsgewand. Da ist nichts entscheidend Wichtiges zu tun. Nie. Und es rauscht in den Bäumen. Und es plätschert in den Pfützen. Und nichts, das den Tag versüßt. Älter, weiser, trauriger, blind. Was einen hochhält, ist das tägliche Stimmungstief. Und dann aus voller Brust Jammern. Nutzen wir unsere Melancholie.

Zeit. Das sie eine Illusion ist. Letztlich das Gieren nach Aufmerksamkeit in siebzig oder achtzig Jahre gepresst. Was will man da schon erlangen? Herbst hier. Das ewige Taubengegurre vom Schornstein her, der kein Rauchfang mehr ist, sondern nur Kondenswasser führt. Alles Romantische verschwunden. Selbst das Alter, vor Jahren beschworen und gewartet in dummer EInsicht, dass es Zeit braucht zur Weisheit, zur Ruhe, selbst das Alter ist eine endlose Enttäuschung aus Einsamkeit und Hunger. Keine Erleuchtungen, nirgends Antworten, eigentlich nur noch mehr Fragen und am Ende dann Glück darüber, dass man sich keine Antworten mehr geben will. Das dauernde Geplärre im Kopf, von wegen Karriere und Absicherung im Alter. Dass man als Stadtindianer irgendwo dann in Kellern verbringt und die Welt nur noch oben glänzt.

Vom Wetter. Von der Entwicklung und von der Abhängigkeit. Sucht. Schlechtes Wetter, nur weil man friert? Was ist das denn für eine Einstellung? Graue Wolkendecke wieder, na und? Jumm Jumm der Autos mit Software. Lärm allerorts. Also alles wie gehabt. Von der Zeit nichts zu sehen. Sie hüllt sich in Gewänder der Ausdruckslosigkeit und wartet hinter Mauern, dass sie mich erschrecken kann mit ihrer Fratze. Vom Wochenende, heute wieder. Das Gerede überall. Anerkennung… von Anbeginn an geht es dem Menschen nie um Besitz oder Reichtum, sondern um Anerkennung. Warum eigentlich?

Fast wie vor einigen Monaten, Frühjahr wohl, als man am offenen Fenster hockte und außer dem Baustellenlärm und das Jumm Jumm der Autos, nichts hören konnte. Heute aber doch Vögel, zartes Gezwitscher aus den Bäumen. Aber ansonsten: Stille. Die Montagmorgenstille, wenn die ganze Welt auswärts ist. Niemand zu Hause. Alle bei ihren Jobs. Schon früher fiel einem das auf, diese unglaubliche Stille zu Hause, wenn alle beschäftigt sind und niemand einfach so durch die Gegend latscht oder fährt. Dann: direkt vorm Fenster das Heranrollen der grauen Mülltonne, die jemand hinter sich her zieht. Das poltert und holpert an den Ohren vorbei, dass man schnell das Fenster schließt und sich zurück zieht. Rücksicht. Ein Gespür für das, was ist. Rauschen wieder, diesmal vom Computer. Hinten rauscht auch ein Auto in Richtung Stadt. Langsam richtet sich die Sonne auf und strahlt in die Augen, dass man blinzeln muss. Das Spiegelbild im Monitor auch. Schnell wegducken und den Blick auf die Zwischenräume lenken. So ruhig hier. So ruhig. Dass ich im Paradies lebe. Vom ewigen Türenklappern aber nicht weit entfernt bin. Heute eher der Anfang vom Ende. Dass man einiges zu erledigen hätte, aber schon die letzten Wochen einfach verstreichen ließ, ohne tatsächlich die Finger krumm zu machen. Ein Auto rollt über das Kopfsteinpflaster. Hinten das Gebell des Hundes, der angeblich den Hof bewachen soll. Dort, wo früh morgens ab sechs Uhr irgendso eine Maschine rattert. Man fragt sich, was die Gäste gleich nebenan dazu meinen. Kein Wind. Stillstand. Kein Ast bewegt sich, kein Blatt. Nur immer wieder Autos. Autos überall. Dass man den Atem anhält. Vielleicht sogar die Zeit anhalten. So Wunschvorstellungen, um aus dem profanen Leben zu stürzen. Leichtes Vibrieren der Gardine am Fenster. Auch Klappern der Scharniere. Wieder das Gebell. Wie so ein Irrer, der zu allem eine Meinung hat, kläfft der Hund alle und alles an. Aber niemand versteht ihn. Vielleicht kläfft er deshalb um so mehr? Leichter Wind nun. Tänzelnde Blätter, wie lautlose Glöckchen. Teilweise die ersten kahlen Stellen im Geäst. Kälter nun auch. Einstellige Temperaturen. Man kann nichts tun. Unaufhaltsam und erbarmungslos. Dass man  nicht mal Stimmen vernimmt? Außerhalb also steht, wie schon immer. Lautlos die Katze. Eine zufallende Tür. Das Aufschrecken dann. Wach sein. Immer wach sein. Der Blick dann aus den Augen, die einen nicht sehen. Die Katze verschwindet und kriecht unter den Busch. Die blaue Hortensie. Lautlos verschwindet sie, wie der Montag.

Graugetupfte Himmelswand, so mit Bristol Pinsel. Nun auch Heizung tatsächlich nutzen. Abends die kalten Füße. Morgens die schlotternden Schultern. Kein Gang derweil. Allerorts Aufbruch und Verkauf von Hab und Gut. Nicht zur Läuterung , sondern zu neuen Herausforderungen steht ihnen der Sinn. Was kann man noch reißen? Schließlich muss man noch etwas Geld verdienen? Bitte? Man probiert sich aus. If I can make it there, I make it anywhere… it´s up to you! Anreize? Kohle machen. Kaufen und verkaufen. Ablenkungen schaffen und das Wesentliche aus den Augen bekommen, dort treibt es nur Tränen. Diese eigentümliche Stille hier. Alle wieder unterwegs und andernorts. Also doch Paradies? Man weiß es nicht. Was aus den Landschaften so gemacht wird. Am Ende fehlen Ideale. Es fehlt der Geist des Lichts. Nur ganz oben in den Baumwipfeln der übergroßen Kastanien wiegen sich die Äste. Unten, vorm Fenster, ab und zu nur der vorbei streichende Wind. Schwere Lastwagen, die Kies bringen und Beton. Aufbruch und Veränderung. Dass man keineswegs sich der Zukunft widersetzt. Wie auch? Der Erbarmungslosigkeit der Natur und des Lebens ist man ausgeliefert. Es gibt keinen Jungbrunnen, kein Allheilmittel, keinen Lebenstrank.  Und so ergibt man sich in den Tag, in jeden noch folgenden Tag, ohne Gedanken. Wie man umgeben ist von materiellen Ansammlungen. Man schaut und schaut und Rettung wäre doch, wenn man tatsächlich etwas brauchen würde. So also nur Ablenkungen, die vor den Augen verdrecken und verkommen, bis man alles entsorgt, Neues anschafft. Von Krähen, die jetzt wieder lauter in den Ästen krächzen. Und gestern die ersten Nonnengänse. Flogen tief über die Felder. Kurze Begrüßung nur und auf mit ihnen in die bekannte Fremde. Hier haben wir alles abgegrast, weiter zu anderen Zielen. If I can make it here…

Kreischende Stimmen. Immer wieder schon am Morgen. Zeigt eben, dass jeder nur in seinem Film lebt. Kein Gespür für das Gegenüber. Hatten wir bereits. Klar auch, dass man hier schreiben kann bis der Bart wächst. Von lauten Menschen. Von der irritierenden Eigenart sich den Menschen aufzudrängen, wieder und wieder, als gäbe es nur das eigene Leben. Mein Leben hat einen Wert. 17 € oder… Dass im Esoterischen der Infarkt auch unterdrückte Wut bedeutet. Man weiß zwar um die DInge, hält sie aber doch für eher unglaubwürdig. Wenn sie mit Alumützen den Strahlen entkommen wollen. Hier nun Ruhe, weil das Fenster geschlossen wurde. Unerträgliches Geschwafel von nebenan. Man hört ja nicht, was sie reden, immer nur dieses Genuschel, dieses Getuschel. Wer flüstert, lügt! Wie ein Tinitus. Mittendrin dann das Rauschen der Autos, die im heiklen Tempo hier am Haus vorbei fahren. Immer wieder das gleiche. Wut steigt auf und vielleicht ist ja doch was dran, an dieser Aussage der Esoteriker. Konzentrationsmangel- schwierigkeiten, auch wegen ständiger Störung. Telefonklingeln. Dass man am Sonntagabend gegen 22.00 Uhr anruft auf dem Smartphone und erwartet, man wird erhört? Unglaublich. Es war aber dann ein Notfall und besser wäre es gewesen, man hätte mal zurück gerufen. Sehnsüchtiges Erwarten des Alleinseins im Haus. Hier nur Anweisungen und Verbote, wie im Internat. Im Erwachsenenalter wird man noch von den Wahnsinnigen zurecht gewiesen, damit sie sich besser fühlen dürfen. Demut. Vergebung. Man trägt es mit Fassung. Bis zum nächsten Infarkt.

Sonne, die zwischen den Blättern linst und blendet. Früher hat man das verflucht. Ebenso den Lärm nebenan. Auch das ständige Stimmengewirr vorm Haus. Wattewolken unbefestigt am Himmel. Niemand, der guckt. Rauschen hält sich entspannt zurück. Eigentlich ein guter Tag. Klopfen von gegenüber. Seit zehn Monaten muss das nun so gehen. Alle reden auch, wie toll das wird und was für einen guten Geschmack. Dass mich das so wenig interessiert. Man mag es gar nicht mehr hören. Das Gerede wie das Geklopfe. Vom Morgen mit Maschinen. Der Urlaub ist vorbei. Die Türen müssen wieder geschlossen gehalten werden. Vom ewigen Bauen der Menschen. Wie sie ständig an ihren Hobbithöhlen basteln, um sich dann in ihre Sessel zu hocken und auszurufen. Von den Ablenkungen, die nur eine kurze Wirkung haben. Wie die Droge, die man sich immer wieder spritzen muss. Ähnlich vielleicht auch beim Hausbau? Meist geht das von den Gebährenden aus. Nestbau. So weit entfernt ist man also nicht vom tierischen Reich. Instinkte sind vorhanden. Man kann nicht aus seiner Haut.

Ruhe. Das Gebrabbel nur noch im eigenen Kopf. Die ewige Wut. Das ewige Misstrauen. Schön so. Ein Frei Tag heute. Genug zu tun, dass man auf andere Gedanken kommt. Die Zeit, die manche verlängern würden. Dabei existiert nur die zeitliche Grenze im Kopf. Ach, und dieses Krächzen der Krähen in den Baumwipfeln gegenüber. Andernorts spannte man Netze und fing sie, um sie umzusiedeln. Alles vollgeschissen. Der ständige Lärm. Das Offensichtliche sieht man immer, aber was man selbst dazu beigetragen hat. Ein gestutzter Rasen täuscht vielleicht über einen Bewaffneten hinweg; nicht aber ein Meer voller Plastik. Von anderen Tagen. Von anderen Gedanken. Von der Bewusstheit und der Abkehr. Heute genug zu tun. Ablenkung und Konzentration. Wesentliches, das abgearbeitet werden muss. Ideen genug gesammelt. Ach, und dann ja auch der kurze Blick gestern. Vorbei also die Hofierung. Man mutiert zum Sterblichen. Dieb du. Dieb. Man schaute ihm nach und erkannte es am Blick. Ein Flugzeug am Himmel. Einmotorige, die auch diesen bohrenden Lärm machen und sich über alles hinweg setzen. Auffällig: keine einzige Vogelstimme. Kein Zwitschern in den Bäumen. Kein Gurren der Tauben. Doch. Da! Die Gänse kehren zurück. Nein, sie kehren nicht zurück. Sie fliegen davon…